Haltung

 

Wenn man sich für einen Sheltiewelpen von einem seriösen Sheltiezüchter entschieden hat, übernimmt man, obwohl kleiner Hund, eine grosse Verantwortung. Artgerechte Haltung, man hört es überall. Was bedeutet das aber? Der Sheltie sollte, nachdem er vom Sheltiezüchter abgeholt worden ist, im neuen Zuhause ein paar Tage Zeit zum Eingewöhnen haben. Idealerweise sollte man sich schon vorher um eine gute Hundeschule gekümmert haben, z. B. eine dem BHV Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e. V., angeschlossene Hundeschule, denn Hundetrainer o.ä. darf sich jeder nennen, der sich “berufen” fühlt, unabhängig von seiner Qualifikation. Hier sollte der Sheltiewelpe langsam in kleine Gruppen integriert werden, damit er die Kommunikation mit den Artgenossen weiter verfeinern kann und Strategien entwickelt, um mit den unterschiedlichsten Ausdrucksverhalten der verschiedensten Rassen umgehen zu können. Packen Sie Ihren Sheltiewelpen nicht in Watte, sondern zeigen Sie ihm fein dosiert die Umwelt mit positiver Verstärkung, d. h. beispielsweise, durch eine Gabe von Leckerli in eine positive Stimmung versetzt ist der vorbeifahrende Zug auf dem Bahnhof kein Grund mehr, Angst zu haben. IMG_6423 Kopie

Gleichzeitig stellen Sie klare Regeln im häuslichen Bereich auf, an die sich alle Familienmitglieder halten müssen. Stellen Sie einen Plan auf, was Ihnen im Umgang mit Ihrem Hund wichtig ist und üben Sie es. Eine gute Hundeschule wird Sie dabei beraten, unterstützen und begleiten. Üben Sie z. B. in kleinen Schritten das Alleine bleiben, um ein späteres Verhaltensproblem zu vermeiden. Dies ist in der Verhaltenstherapie ein sehr schwieriges und langwierig zu bearbeitendes Problemverhalten. 

Auch Sie als Rudelchef müssen sich beweisen. Sie sollten souverän, nicht launisch und für den Hund berechenbar, also in Ihren Entscheidungen für den Hund verständlich sein. So kann sich eine vertrauensvolle Basis zwischen Ihnen und Ihrem Sheltie bilden und ein Leben lang halten. Unbeherrschtes Verhalten oder gar Wutausbrüche disqualifizieren aus Hundesicht den Menschen als Führungspersönlichkeit. Bieten Sie Ihrem Sheltie immer ein bisschen Arbeit, Abwechslung und Zuwendung und es wird ein ausgeglichener Hund werden.

Ein Sheltie bleibt selten allein! Ich weiss das aus eigener Erfahrung, aber sollten auch Sie dies in Erwägung ziehen, bedenken Sie bitte:
Zuerst sollte der erste Hund gut erzogen sein, denn Hunde lernen voneinander, positiv wie auch negativ. Oder Sie haben genug Zeit für jeden Welpen, um sich allein mit jedem um seine Erziehung und Sozialisierung zu kümmern. Und auch der zweite Hund muss ernährt, geimpft und gepflegt werden. Hundeschule und evtl. Unterbringung im Urlaub müssen gewährleistet sein.
Trotzdem... es gibt nichts Schöneres, als einem Sheltierudel beim Spiel zuzuschauen. Was ist dagegen Fernsehen?IMG_6435 Kopie

Von Natur aus ist der Hund ein Allesfresser. Er braucht überwiegend Fleisch aber auch Ballaststoffe, Vitamine, Enzyme, Mineralien und Spurenelemente. Heute ist die Futtermittelindustrie auf einem guten Qualitätslevel und die meisten Hundebesitzer füttern ein Fertigfutter. Es ist genau auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt und enthält alles, was der Hund braucht. Trotzdem informieren Sie sich ausführlich, bevor Sie sich für eine Futtermarke entscheiden. Für den heranwachsenden Hund ohne besonders starke Beanspruchung sollte es eher ein proteinarmes Futter sein. Nassfutter oder Dosenfutter wird oft mit dem Trockenfutter vermischt und dient damit ein wenig für Abwechslung im Futterplan.

 B.A.R.F. Biologisch artgerechte Rohfütterung hat in letzter Zeit stark zugenommen. Die Hunde bekommen ihr Futter in rohem Zustand, also rohes Fleisch, Innereien, Gemüse u. m. (nicht vom Schwein). Man sollte sich aber genau informieren, um den Sheltiewelpen mit allen Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen optimal zu versorgen. Die Fütterung erfordert einen hohen Arbeits- und Zeitaufwand und sehr viel Information und Schulung.

Auf der Verpackung von Fertigfutter ist meistens eine Fütterungsempfehlung zu finden. Nehmen Sie diese als grobe Richtlinie. Wieviel Futter Ihr Hund benötigt, sollten Sie selber ausprobieren. Wenn der Hund seinen Napf nach 10 Min. nicht leergefressen hat, war es zuviel Futter, schlingt er sein Futter in sich hinein, fast ohne zu kauen, dann bekommt er möglicherweise zu wenig Futter. Eine andere Situation ist gegeben, wenn zwei oder mehr Hunde miteinander ihr Futter bekommen.

Die richtige Kondition hat Ihr Sheltie, wenn Sie die Rippen, Wirbelsäule und Hüftknochen gerade noch fühlen können. Fühlen Sie nur Knochen, ist der Hund zu mager, aber auch dies ist relativ. Es gibt Hunde, die sind mager und bei bester Gesundheit und mit hervorragendem Glanz im Fell. Wichtig ist der Gesamteindruck des Hundes, ist er agil und unternehmungslustig, dann ist er sicher auch gesund.

Unsere ausgewachsenen Shelties bekommen z. B. zweimal am Tag jeweils ca. 35 g Trockenfertigfutter mit einem Teelöffel voll Dosenfleisch. Hazel nimmt leicht zu und ist etwas ruhiger, sie bekommt immer einige Brocken weniger, Phoebe ist sehr lebhaft, läuft mehr und bekommt immer ein paar Brocken mehr. Füttern Sie also mit Augenmass, Welpen 3 bis 4 Portionen am Tag, erwachsene Shelties 2 Portionen am Tag. Und einem Tierarzt ist ein schlanker Sheltie lieber als ein dicker, weil zuviel Gewicht das Skelett belastet.